Wie Noralyxeon entstand und was uns antreibt

Manchmal beginnt etwas Bedeutsames mit einer einfachen Beobachtung. Bei uns war es die Erkenntnis, dass tragisches Schreiben mehr verlangt als nur Talent – es fordert Verständnis für menschliche Abgründe.

Unsere Anfänge

Wir haben 2018 klein angefangen. Drei Autoren mit unterschiedlichen Hintergründen trafen sich regelmäßig in einem Café in Frankfurt, um über Dramaturgie zu sprechen. Was als lockerer Austausch begann, entwickelte sich rasch zu etwas Substanziellerem.

Die erste Workshop-Reihe fand in einem gemieteten Raum statt – acht Teilnehmer, vier Wochen lang. Wir experimentierten mit Methoden, die klassische Tragödientheorie mit modernen Erzähltechniken verbanden. Die Resonanz überraschte uns und zeigte, dass echter Bedarf bestand.

Was sich entwickelt hat

Heute arbeiten wir mit Autoren aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammen. Die Schwerpunkte haben sich geschärft, die Methoden sind gereift. Wir haben gelernt, dass jeder Teilnehmer seinen eigenen Zugang zur Tragödie braucht.

Unser Ansatz bleibt bewusst persönlich. Statt großer Gruppen bevorzugen wir intensive Formate, in denen individuelle Entwicklung möglich wird. Qualität vor Quantität – das klingt vielleicht abgedroschen, aber für uns ist es schlicht praktische Realität.

Unser Ansatz

Warum wir uns auf Tragödie spezialisiert haben

Tragische Literatur hat eine besondere Kraft. Sie konfrontiert Leser mit existenziellen Fragen und zeigt menschliche Grenzsituationen. Aber genau deshalb ist sie auch schwer zu schreiben – wer ins Pathetische abrutscht oder künstlich dramatisiert, verfehlt die Wirkung.

Wir glauben, dass gutes tragisches Schreiben Handwerk erfordert. Nicht nur Inspiration oder emotionale Tiefe, sondern auch technisches Können. Wie baut man Spannung auf? Wann kippt Mitleid in Langeweile? Wie vermeidet man Klischees, ohne auf bekannte Muster zu verzichten?

Praxis statt Theorie allein

In unseren Kursen schreiben Teilnehmer tatsächlich. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Wir diskutieren nicht nur über Aristoteles' Poetik oder analysieren klassische Dramen – wir entwickeln eigene Szenen, experimentieren mit Strukturen und überarbeiten gemeinsam.

Dabei kombinieren wir verschiedene Perspektiven: literaturwissenschaftliche Analyse, praktische Schreibübungen und ehrliches Feedback. Manche Teilnehmer kommen mit konkreten Projekten, andere wollen zunächst grundlegende Fähigkeiten aufbauen. Beides funktioniert in unseren Formaten.

Schreibatmosphäre mit Notizen und Materialien für Tragödienkurse
Kursraum mit Workshop-Teilnehmern beim gemeinsamen Arbeiten
Detailansicht von Skripten und Bearbeitungsnotizen

Drei Prinzipien, die unsere Arbeit prägen

Wir haben über die Jahre bestimmte Überzeugungen entwickelt, die sich in allem widerspiegeln, was wir tun. Keine Glaubenssätze, eher Leitplanken, die uns geholfen haben.

Ehrlichkeit im Feedback

Höfliches Nicken bringt niemanden weiter. Wir geben konstruktive, aber direkte Rückmeldungen zu Texten. Das kann unbequem sein, führt aber zu echten Fortschritten. Dabei bleibt der Respekt vor der Arbeit des Einzelnen immer gewahrt.

Kleingruppen bevorzugen

Wir limitieren bewusst die Teilnehmerzahl. In einer Gruppe von fünf bis acht Personen kann jeder Text besprochen werden, jede Frage findet Raum. Das kostet uns wirtschaftlich etwas Wachstum, ermöglicht aber die Tiefe, die wir für sinnvoll halten.

Langfristig denken

Tragisches Schreiben lernt man nicht in einem Wochenendkurs. Wir ermutigen Teilnehmer, über mehrere Monate dabei zu bleiben, verschiedene Formate auszuprobieren und ihre Fähigkeiten schrittweise aufzubauen. Schnelle Erfolge versprechen wir nicht.

Interesse an unserer Arbeitsweise?

Wenn Sie mehr über unsere Kursformate erfahren möchten oder Fragen zu spezifischen Schwerpunkten haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Wir besprechen mit Ihnen, welches Format für Ihre Ziele am besten passen könnte.